Heiße Bilder – enkaustische Malereien in der Residenz

Fast schon wieder bereit, Besucher zu empfangen – Blick durch die herrschaftlichen Wohngemächer des Müncher Königsbaus

Man merkt es schon an den derzeit seltenen Blogbeiträgen – wir haben in diesen Wochen viel zu tun: Hinter der seriösen Fassade des klassizistischen Königsbaus der Residenz herrscht weitgehend unsichtbarer, aber nichtsdestotrotz turbulenter Betrieb. Während auf der einen Seite Bestandteile künftiger Vitrinen in neue Sammlungsräume hineingetragen werden, kommen auf der anderen die lange Jahre deponierten Exponate an, um sorgsam jeweils in ihrem neuen gläsernen Zuhause aufgestellt zu werden. Und auch die mittlerweile ein knappes Jahrzehnt eingehausten Möbel, die die einstigen Wohnräume von König Ludwig I. und seiner Gemahlin Therese schmück(t)en, werden nach und nach ausgepackt und wieder vor die bemalten Wände des herrschaftlichen Appartements im ersten Stock mit Blick auf den darunter liegenden Max-Joseph-Platz geschoben und gestellt. Weiterlesen

Es kommt ein Schiff beladen bis an sein höchsten Bord….: Eine schimmernde Neuerwerbung für die Silbersammlung

Kurz vor Weihnachten haben wir in der Residenz auch einmal Nikolaus gespielt und uns selbst – und damit auch stellvertretend unsere Besucher – mit einem schönen Stück aus dem Kunsthandel beschenkt: Während aber der fromme Bischof Nikolaus aus dem kleinasiatischen Myra armen Mädchen in Not Goldklumpen in die aufgehängten Strümpfe zu werfen pflegte, landete bei uns ein silberner Teller auf dem Gabentisch; und während besagte Socken zum Trocknen über dem Kamin  hingen, in dem ein lustiges Feuerchen brannte, stammt unser Erwerbung aus den Tiefen des feuchten Nass…. Weiterlesen

Der König ist tot – Lang lebe der König! Ludwig I. und sein Königsbau…

wie gemalt! Das offizielle Regentenbildnis des neuen Königs Ludwig I. (reg. 1825-1848) von K. J. Stieler, 1826

Schön könnte man heute bei Sonnenschein und klirrender Kälte an den 150. Todestag des bauwütigen Bayernkönigs und Kunstmäzens Ludwig I. (1786-1886) erinnern, wenn der royale Tausendsassa, zeitlebens ein Liebhaber guter Auftritte und überraschender Abgänge (nicht zuletzt so vorzeitig wie final von der politischen Bühne im Revolutionsjahr 1848), nicht ausgerechnet an einem 29. Februar im mondänen Nizza verstorben wäre! Da man also korrekterweise Ludwigs, der selbst ein großer Freund historischer Memorialfeiern war, eigentlich nur alle Schaltjahre gedenken darf, wenden wir uns an diesem letzten Februartag ehren-und ersatzhalber einem seiner spektakulärsten Kunst- und Architekturprojekte zu: Dem Königsbau der Münchner Residenz! Weiterlesen

Ausgekocht! – François Cuvilliés revolutioniert die Küchentechnik

Cuvilliés – ein „rising star“ …
(rekonstruierte Stuckdekoration mit dem Sonnenwagen nach seinem Entwurf im Paradeschlafzimmer der Münchner Residenz)

Im April 2018 ist es 250 Jahre her, dass eine bedeutende Künstlerpersönlichkeit des Rokoko, François Cuvilliés, mit 73 Jahren nach einem langen, arbeitsreichen, mit Erfolgen, Enttäuschungen und Überraschungen gut gefüllten Leben starb – fern seiner niederländischen Heimat in München, wo er unter der Herrschaft dreier Kurfürsten als „Dessinateur“ und später als Hofbaumeister gedient hatte. Eine Überraschung für ihn selbst dürfte die bayerische Karriere Cuvilliés durchaus gewesen sein, fing es doch schon damit an, dass die Wiege des kleinen, 1695 geborenen François beim Schaukeln nicht das Gefälle des Voralpenlandes nutzen konnte, sondern im flachen Hennegau stand. Weiterlesen

Krone ja – Krönung nein. Prunkvolle Insignien der bayerischen Monarchie in der Warteschleife…

König Max I. Joseph mit der Schwurhand auf der Verfassungsurkunde von 1818 – das offizielle Herrscherporträt von Moritz Kellerhoven hing im bayerischen Landtag, dem Ständehaus in der Prannerstraße

2018 wird für die Freunde historischer Jubiläen ein anstrengendes Jahr – zumindest in Bayern: Gleich zweier bedeutsamer Weichenstellungen für die Landesgeschichte gilt es zu gedenken: Im Mai 1818 wurde nach verschiedenen Vorstufen, vor allem einer 1808  aufgesetzten provisorischen „Rumpf-Verfassung“, die erste Konstitution für das selbst noch ziemlich taufrische Königreich Bayern erlassen  – ganz überwiegend auf den Monarchen zugeschnitten, aber doch bereits mit einem Katalog garantierter bürgerlicher Rechte und einer gewählten, im Ansatz selbstständig handlungsfähigen Volksvertretung.  Ein Jahrhundert blieb diese Verfassung, nur hie und da revidiert, in Kraft, bis 1918 die Revolution den Wittelsbacher Thron umstieß und die Monarchie durch die Republik, das Königreich durch den Freistaat Bayern ersetzte  – und uns so den zweiten Jubiläumsanlass des Jahres 2018 bescherte…
Grund genug also, sich zum Auftakt des Jubeljahres – sozusagen im Rückblick – hier im Blog die feierlichen Anfänge des turbulenten Geschehens zu vergegenwärtigen: Weiterlesen

Weihnachtsgans war gestern – festliche Menüs in der Residenz…

Einer geht noch drauf… Wer denkt im Dezember schon an Diät?

Wenn heuer wieder in den letzten Tagen des Jahres unter dem festlichen Lichterbaum kulinarische Schlachten zwischen Gans-Rotkohl-Klößen und veganem Curry, zwischen Tradition und Erneuerung ausgetragen werden und die von Plätzchen und Weihnachtsmarkt-Pommes aufgeblähten Mägen angesichts des brodelnden Sylvester-Fondue-Topfes endgültig die Waffen strecken, mag der Gedanke tröstlich sei, dass andernorts und zu anderer Zeit sich das Feiertags-Menü ganz anders – und nur bedingt erfreulicher – gestalten konnte. Wie so oft ziehen wir für unsere steile (Kalorien)These die Bewohner der Residenz als Untersuchungsmaterial heran. Weiterlesen

„Mars macht mobil“ – ein immer noch jugendlicher Held kehrt nach langer Abwesenheit heim!

Eine Neuerwerbung für das Residenzmuseum, eine Darstellung des „Mars“ aus der Werkstatt Peter Candids, um 1615

Heute stellen wir einen relativ neuen Mitbewohner der Residenz vor, aber eigentlich geht es dabei um einen alten, wenn auch überraschend jung gebliebenen Bekannten! Allerdings handelt es sich bei dem adretten Jüngling mit lockigem Haar und athletischer Figur nicht um einen Olympioniken aus Fleisch und Blut, sondern um einen gemalten Olympier. Weiterlesen

(Uhr)Werk zurück – zurück ans Werk! Zum Abschluss der Restaurierungsarbeiten an der Georgs-Uhr von Paul Graff

Die Georgsuhr – vorerst noch im Restaurierungsatelier

… und das restaurierte Uhrwerk – auf Hochglanz poliert!

2013 haben wir sie zuletzt hier vorgestellt – die große Prunkuhr des Paul Graff (†1788), einem Augsburger Uhrmacher, der sich 1756 in München niederließ. Es handelt sich um eine sogenannte „Stutzuhr“, deren Federantrieb einen hohen Uhrenkasten für Gewichte unnötig macht und im „gestutzten“ Gehäuse aus vergoldeter Bronze (das, nebenbei, trotzdem fast einen Meter hoch ist) Platz findet. Vermutlich wollte der Münchner Neuankömmling Graff mit dem aufwendigen Paradestück die Aufmerksamkeit des kurfürstlichen Hofs auf sich ziehen – mit Erfolg! Seit 1768 war der schwäbische Tüftler regelmäßig in der Residenz tätig. 1772 ernannte Max III. Joseph (reg. 1745–1777) ihn zum Hofuhrmacher und 1781 stieg Graff zum Zunftmeister auf. Nach vielen Jahren im Depot der Residenz und noch einmal vier Jahren aufwendiger Restaurierung kehrt seine Uhr nun Anfang November zurück in die Prunkräume unseres Museums, wo sie – übervoll mit alten Geschichten und aktuellen Neuigkeiten – stolz ihr glänzendes Innenleben präsentiert. Weiterlesen

Ein heißes Teil – der Jason-Ofen in den „Reichen Zimmern“

Held Jason strahlt – Mission impossible accomplished! Während zu seinen Füßen ein geflügelter Drache mit friedlich ausgestreckten Pranken (magisch betäubt) wie ein kleines Schoßhündchen schläft, präsentiert der mythologische Prinz stolz wie Tom Cruise seinen Mithelden ( den sogenannten „Argonauten“) seine Beute – das berühmte goldene Vlies, ein wundertätiges Widderfell, das vom schnarchenden Untier bewacht wurde. Dass dieses Zauber-Vlies, das hier ein bisschen an ein modisches Handtäschchen erinnert, golden ist, sieht man, muss es andererseits aber auch wissen: Schließlich schimmert das ganze Relief, auf dem die berühmte mythologische Szene dargestellt ist, in metallischem Glanz! Es handelt sich um den keramischen Schmuck eines großen Prunkofens, der zusammen mit einem gleichfalls reich dekorierten Pendant im Vorzimmer des kurfürstlichen Paradeappartements der Residenz steht – den „Reichen Zimmern“. Weiterlesen

Ein diplomatisches Geschenk mit (Vogel-)Pfiff! – Das Sèvres-Service für Kurfürst Karl Theodor in der Residenz

War es so, wie Maler Paul Kießling es sich um 1880 vorgestellt hat, als er die Meißner Albrechtsburg ausmalte?

Man weiß nicht so recht, wie man sich den historischen Moment 1708 vorstellen soll, in dem der Alchemist Johann Friedrich Böttger nach ersten Vorstufen statt ursprünglich versprochenem Gold das erste Stück Porzellanmasse aus seinen Tiegeln schabte. Hat der vom sächsischen Kurfürsten August dem Starken sicherheitshalber in Gewahrsam genommene Entdecker geflucht („doch kein Gold“), sich vor die Stirn geschlagen, weil endlich der chemische Groschen gefallen war („natürlich! Zugabe von Kaolin – „Porzellanerde“ !!“)? Vor allem aber – hat er erahnt, was seine Entdeckung für die weitere Geschichte des europäischen Kunsthandwerks bedeuten würde? Weiterlesen

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