Sein und Schein – Steiniger Weg zur Wittelsbacher Kaiserkrönung 1742

“Meine Krönung ist gestern vor sich gegangen mit einer Pracht und einem Jubel ohne gleichen…“ – so notiert es der frisch gebackene – nein gekrönte – Kaiser Karl VII., kurz zuvor noch „schlichter“ Kurfürst von Bayern, am Abend eines für ihn ebenso denkwürdigen wie zermürbenden 12. Februar 1742 in sein Tagebuch.

Ein Bild kaiserlicher Pracht - Karl VII. von Georges Desmarées - der imperiale Traum währte allerdings nur drei Jahre und endete im Chaos...

Ein Bild kaiserlicher Pracht – Karl VII. von Georges Desmarées – der imperiale Traum währte allerdings nur drei Jahre und endete im Chaos…

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Nehmen Sie doch Platz! – Der Thronsessel Ludwigs I.

Gleißendes Gold und schwellender Samt, Troddeln und Fransen, säulenartige Stützen mit geschnitzten Kapitellen und ein umlaufender Lorbeerkranz – wenn ein Sitzmöbel jemals die Bezeichnung als Thron verdient hat, dann wohl dieser opulente Armsessel mit der kreisrunden Rücklehne aus der Münchner Residenz.

Thronsessel, Entwurf Leo v. Klenze, Goldstickereien auf Seidensamt: Alckens u. Vogel, München 1841/42

Thronsessel, Entwurf Leo v. Klenze, Goldstickereien auf Seidensamt: Alckens u. Vogel, München 1841/42

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Weihnachtszeit – Geschenkezeit: Eine Neuerwerbung zur Geschichte der Allerheiligenhofkirche

Weihnachten – das wird ja viel zu oft vergessen – ist ja nicht nur die Zeit der Innerlichkeit und Besinnlichkeit, die Feier der Familie und der Nächstenliebe, sondern wunderbarerweise auch die Zeit der Geschenke, solcher die man gern macht und noch lieber erhält. Manchmal ergibt sich die Gelegenheit, beides optimal miteinander zu kombinieren und sich selbst ein Geschenk zu machen – der Vorteil liegt auf der Hand: das lästige Warten auf das Christkind kann abgekürzt, unnötiges Einpackpapier umweltfreundlich eingespart werden – und man bekommt genau das, was man will!

unser Geschenk! Heinrich Maria von Heß, Hl. Mathäus, Bleistift auf Papier, um 1830

unser Geschenk! Heinrich Maria von Heß, Hl. Mathäus, Bleistift auf Papier, um 1830

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Macht hoch die Tür… – oder zumindest schön! weiß-goldene Schnitzkunst im Puille-Kabinett

Weihnachtszeit ist Adventskalenderzeit und Adventskalenderzeit ist Türchenzeit: Während in den Büros und Designabteilungen der Lebensmittel- und Geschenkeindustrie vermutlich ab Hochsommer verzweifelte Grafiker über der Frage brüten, welche niedlichen Sympathieträger, Nikoläuse und rotnasigen Rentiere denn diese Saison wieder auf die vermaledeiten vierundzwanzig vorgestanzten Kalenderöffnungen gedruckt werden können, haben wir dieses Problem in der Residenz zum Glück nicht: Türe und Toren in diversen Größen, Farben und Formen haben wir deutlich mehr als vierundzwanzig und die Überraschungen dahinter sind zwar selten aus Schokolade, machen aber dennoch viel Freude.

Tür des Puille-Kabinett, Münchner Residenz, Raum 37, Eichen- u. Lindenholz, weiß gefasst u. vergoldet, um 1780

Tür des Puille-Kabinett, Münchner Residenz, Raum 37, Eichen- u. Lindenholz, weiß gefasst u. vergoldet, um 1780

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Ein letztes Mal in altem Glanz…: Leichenwagen der Königin Marie Therese und des Kronprinzen Rupprecht im Nymphenburger Marstallmuseum restauriert

Im heutigen Blogbeitrag steht zur Abwechslung ein anderes, mit der Residenz eng verbundenes Schlossmuseum im Mittelpunkt: Das Marstallmuseum in Schloss Nymphenburg, über dessen sinistres Glanzstück diesmal unsere Kollegin berichtet:

Allerseelen, Volkstrauertag, Totensonntag – im November ist die Erinnerung an die Verstorbenen besonders präsent. Ebenfalls im November, am 5.11.1921 fand der eindrucksvolle Trauerzug für den letzten bayerischen König und seine Gemahlin statt.

Der königliche Trauerwagen während des Trauerzugs für König Ludwig III. und Königin Marie Therese am Königsplatz, München

Der königliche Trauerwagen während des Trauerzugs für König Ludwig III. und Königin Marie Therese am Königsplatz, München

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Neue Garten-App: Lustwandeln durch den Nymphenburger Schlosspark

Es ist vollbracht – die App zum Nymphenburger Schlosspark ist da! Lustwandeln Sie mit ihr durch den Garten und erleben Sie den Park als Gesamtkunstwerk! Endlich halten wir die Kultur-App in den Händen, nachdem wir mehrere Monate intensiv daran gearbeitet haben. Was kann die App? Was zeichnet sie aus? Von wem stammt das Zitat: „Beim Teiche wohnt Einsamkeit, eine stille schwärmerische Ruhe…“? Und wie endet es? Das erfahren Sie fast alles im heutigen Gastbeitrag aus Nymphenburg.
 
App "Schlosspark Nymphenburg" - Bellotto
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Zwar “nur” Kopie – aber wie!! Die “Alexanderhochzeit” in der Residenz

In den sogenannten „Charlottenzimmern“ der Residenz (so benannt nach einer der Töchter Max I. Josephs, die diese Räume ab 1814 einige Zeit bewohnte) hängt unter vielen Porträts des 19. Jahrhunderts ein Gemälde, das sich unter seinen Nachbarn schön, aber etwas eigenartig ausnimmt – scheint es doch als einziges der Bilder ganz eindeutig früheren Datums, nämlich aus der Renaissance zu stammen.

Die Charlottenzimmer sind heute als Stilräume mit Mobiliar der ersten Hälfte des 19. Jh. eingerichtet.

Die Charlottenzimmer sind heute als Stilräume mit Mobiliar der ersten Hälfte des 19. Jh. eingerichtet.

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Tugend und Hinterhältigkeit passt gut zusammen – der Kaisersaal und sein Bildprogramm

Wenn im Laufe der diesjährigen Residenzwoche wieder die Werke barocker Komponisten in den verschiedenen Prunkräumen unseres Schlosses erklingen, ist der Besuch eines Konzerts im (1980/85 rekonstruierten) Kaisersaal auf der Nordseite der Residenz über den Baumkronen des Hofgartens sicher ein besonderes Erlebnis:

Ende des 18. Jh. abgerissen und Ende des 20. Jh. auf Basis der überlieferten Quellen wiedererrichtet - der barocke Kaisersaal der Residenz

Ende des 18. Jh. abgerissen und Ende des 20. Jh. auf Basis der überlieferten Quellen wiedererrichtet – der barocke Kaisersaal der Residenz

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Residenz 2.0 – die „Wilhelminsche Feste“

Auch heutige Besucher unseres Schlosses werden sich nach einem rasch erledigten Rundgang durch circa hundert derzeit geöffnete Schauräume des Eindrucks nicht erwehren können: Hier ist einfach nicht genügend Platz, um sich auch einmal auszubreiten. Dies scheint zumindest der Eindruck der fürstlichen Bewohner des 17. Jahrhunderts gewesen zu sein.

...also baut man rasch was Neues. Die Wilhelminische Veste auf einem Kupferstich des 17. Jh.

…also baut man rasch was Neues. Die Wilhelminische Veste auf einem Kupferstich des 17. Jh.

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