Rauchende Trümmer am Tag danach…

Blick in die barocken Steinzimmer im Westen der Residenz

Blick in die barocken Steinzimmer im Westen der Residenz

Wer heute durch die in jahrelanger Arbeit wiederhergestellten Stein- oder Kaiserzimmer geht, die sich entlang der Residenzstraße im westlichen Obergeschoss unserer Schlossanlage erstrecken, wird immer wieder auf die Spuren der Kriegszerstörung hingewiesen, die diesen Bereich der Residenz im April 1944 besonders schwer getroffen hat:
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Blutigrote, verzweigte Symbolik – Korallenkunst in der Residenz

Blick in die Grottenhalle neben dem Antiquarium - fast wie zu Hainhofers Zeiten....

Blick in die Grottenhalle neben dem Antiquarium – fast wie zu Hainhofers Zeiten….

„Vor dem Antiquario draussen ist ain Sälin, in disem ein trog, vmbhero Bilder von Corallen, Berlenmutter, muschlen, allerlay ertz: vnd stueffen…“ – also einen kleinen, dem Antiquarium der Residenz benachbarten Saal mit einem Brunnen(-Trog), umgeben von Skulpturen und Reliefs aus Korallen, Perlmutt, Muscheln und Erzstufen hat er gesehen: Philipp Hainhofer, Augsburger Kunstsammler und –Händler, gut Freund mit dem bayerischen Herzog Wilhelm V. und seinem Sohn Maximlian I., als er 1611 den Münchner Hof besuchte. Weiterlesen

Ma trés chère amie… – Max Emanuels große Liebe

Gräfin Arco, Kupferstich von C. M. Vermeulen, 1700

Gräfin Arco, Kupferstich von C. M. Vermeulen, 1700

Februar 1717: In Paris, das nach der schier endlosen Regierung Ludwigs XIV. unter der Herrschaft des genussfreudigen Regenten Philippe d’Orléans interessante Zeiten erlebt, stirbt die gleichfalls lebenslustige Agnes Françoise Le Louchier – ihrem Namen und Titel nach die Gemahlin des kurbayerischen Offiziers Franz Graf von Arco, tatsächlich aber die langjährige Geliebte und einflussreiche Hauptmätresse des bayerischen Kurfürsten Max Emanuel.

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Kratziges zum Aschermittwoch…

Bußkästchen Maximilians I.

Aschermittwoch – nach all der zügellosen Ausgelassenheit der letzten Tage (und Nächte) herrscht betretenes Schweigen – denn das war’s mal wieder: Schluss mit lustig, mit dem Ende der „Nacht vor dem Fasten“ beginnt, oder begann zumindest früher, der lange, kulinarisch steinige Bußgang Richtung Ostern… Dass die zur seelischen Besserung und Entschlackung angesetzten religiösen Bußübungen aber fast wie der Fasching selbst im eigens angefertigten Kostüm gleichsam festlich zelebriert und – zumindest nachträglich – propagandistisch eingesetzt werden konnten, zeigt unser schmuckes kleines Kästchen mit Perlmutteinlagen.

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Save the date – 6. Februar 1699…

(Gestelltes) Familienbild aus glücklicheren Tagen - Joseph Ferdinand mit seinen Eltern: Max Emanuel und die österreichische Kaisertochter Maria Antonia, Miniatur von  F. C. Bruni im Miniaturenkabinett der Residenz

(Gestelltes) Familienbild aus glücklicheren Tagen – Joseph Ferdinand mit seinen Eltern: Max Emanuel und die österreichische Kaisertochter Maria Antonia, Miniatur von F. C. Bruni im Miniaturenkabinett der Residenz

In Brüssel, der Amtsresidenz seines Vaters, des bayerischen Kurfürsten Max Emanuel, der als Statthalter Spaniens die Südlichen Niederlande regiert, stirbt nach dreiwöchiger Krankheit mit nur sechs Jahren sein kleiner Sohn, der Kurprinz Joseph Ferdinand – designierter König von Spanien. Weiterlesen

Sein und Schein – Steiniger Weg zur Wittelsbacher Kaiserkrönung 1742

“Meine Krönung ist gestern vor sich gegangen mit einer Pracht und einem Jubel ohne gleichen…“ – so notiert es der frisch gebackene – nein gekrönte – Kaiser Karl VII., kurz zuvor noch „schlichter“ Kurfürst von Bayern, am Abend eines für ihn ebenso denkwürdigen wie zermürbenden 12. Februar 1742 in sein Tagebuch.

Ein Bild kaiserlicher Pracht - Karl VII. von Georges Desmarées - der imperiale Traum währte allerdings nur drei Jahre und endete im Chaos...

Ein Bild kaiserlicher Pracht – Karl VII. von Georges Desmarées – der imperiale Traum währte allerdings nur drei Jahre und endete im Chaos…

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Nehmen Sie doch Platz! – Der Thronsessel Ludwigs I.

Gleißendes Gold und schwellender Samt, Troddeln und Fransen, säulenartige Stützen mit geschnitzten Kapitellen und ein umlaufender Lorbeerkranz – wenn ein Sitzmöbel jemals die Bezeichnung als Thron verdient hat, dann wohl dieser opulente Armsessel mit der kreisrunden Rücklehne aus der Münchner Residenz.

Thronsessel, Entwurf Leo v. Klenze, Goldstickereien auf Seidensamt: Alckens u. Vogel, München 1841/42

Thronsessel, Entwurf Leo v. Klenze, Goldstickereien auf Seidensamt: Alckens u. Vogel, München 1841/42

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Weihnachtszeit – Geschenkezeit: Eine Neuerwerbung zur Geschichte der Allerheiligenhofkirche

Weihnachten – das wird ja viel zu oft vergessen – ist ja nicht nur die Zeit der Innerlichkeit und Besinnlichkeit, die Feier der Familie und der Nächstenliebe, sondern wunderbarerweise auch die Zeit der Geschenke, solcher die man gern macht und noch lieber erhält. Manchmal ergibt sich die Gelegenheit, beides optimal miteinander zu kombinieren und sich selbst ein Geschenk zu machen – der Vorteil liegt auf der Hand: das lästige Warten auf das Christkind kann abgekürzt, unnötiges Einpackpapier umweltfreundlich eingespart werden – und man bekommt genau das, was man will!

unser Geschenk! Heinrich Maria von Heß, Hl. Mathäus, Bleistift auf Papier, um 1830

unser Geschenk! Heinrich Maria von Heß, Hl. Mathäus, Bleistift auf Papier, um 1830

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Macht hoch die Tür… – oder zumindest schön! weiß-goldene Schnitzkunst im Puille-Kabinett

Weihnachtszeit ist Adventskalenderzeit und Adventskalenderzeit ist Türchenzeit: Während in den Büros und Designabteilungen der Lebensmittel- und Geschenkeindustrie vermutlich ab Hochsommer verzweifelte Grafiker über der Frage brüten, welche niedlichen Sympathieträger, Nikoläuse und rotnasigen Rentiere denn diese Saison wieder auf die vermaledeiten vierundzwanzig vorgestanzten Kalenderöffnungen gedruckt werden können, haben wir dieses Problem in der Residenz zum Glück nicht: Türe und Toren in diversen Größen, Farben und Formen haben wir deutlich mehr als vierundzwanzig und die Überraschungen dahinter sind zwar selten aus Schokolade, machen aber dennoch viel Freude.

Tür des Puille-Kabinett, Münchner Residenz, Raum 37, Eichen- u. Lindenholz, weiß gefasst u. vergoldet, um 1780

Tür des Puille-Kabinett, Münchner Residenz, Raum 37, Eichen- u. Lindenholz, weiß gefasst u. vergoldet, um 1780

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Ein letztes Mal in altem Glanz…: Leichenwagen der Königin Marie Therese und des Kronprinzen Rupprecht im Nymphenburger Marstallmuseum restauriert

Im heutigen Blogbeitrag steht zur Abwechslung ein anderes, mit der Residenz eng verbundenes Schlossmuseum im Mittelpunkt: Das Marstallmuseum in Schloss Nymphenburg, über dessen sinistres Glanzstück diesmal unsere Kollegin berichtet:

Allerseelen, Volkstrauertag, Totensonntag – im November ist die Erinnerung an die Verstorbenen besonders präsent. Ebenfalls im November, am 5.11.1921 fand der eindrucksvolle Trauerzug für den letzten bayerischen König und seine Gemahlin statt.

Der königliche Trauerwagen während des Trauerzugs für König Ludwig III. und Königin Marie Therese am Königsplatz, München

Der königliche Trauerwagen während des Trauerzugs für König Ludwig III. und Königin Marie Therese am Königsplatz, München

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