„Wolle mer se reilosse?!“ – Fasching am Münchner Hof

Das Narrenschiff bereit zur Abfahrt - Holzschnitt, 15. Jh.

Das Narrenschiff bereit zur Abfahrt – Holzschnitt, 15. Jh.

Jetzt legt sie mit Macht los, die jecke Zeit, und die Welle organisierten Frohsinns schwappt auch durch die Straßen unserer geliebten bayerischen Landeshauptstadt. Schon früher waren die Münchner Verbindungen in die karnevalesken Hochburgen breit und für Umzüge aller Art gut ausgebaut: In Köln, Düsseldorf und der (Kur-)Pfalz – allerdings ohne das lachende, singende Meenz (für Bayern: „Mainz“) – saßen Wittelsbacher auf den Herrscherstühlen, die sich zwar nicht immer gut verstanden, aber immer mal wieder gerne schunkelten und bützten.

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„Les jeux sont faits!“ – Glücksspiel bei Hofe

Weihnachten vorbei, Sylvester und Neujahr sind durch – die Feststimmung flaut langsam Richtung Alltag ab und geblieben ist nur ein weiterhin unentschlossener Winter und die Frage, wie man die immer noch langen Abende nun gestalten soll, bis es wieder wärmer wird. Für einen Bewohner der Residenz des 17. oder 18. Jh., der ohne nächtliche Straßenbeleuchtung und Fernwärme auskommen musste, und sich ohne Not nur ungern von den Kerzen und Kaminen der Appartements wegbewegt haben dürfte, tauchte die Frage, wie dunkle Stunden zu füllen seien, zum Glück gar nicht auf – denn die Lösung lag für ihn auf der Hand: das höfische Spiel!

Lust auf eine Partie? Spielmarken aus Meißener Porzellan, Mitte 18. Jh. (Residenz, Raum 66)

Lust auf eine Partie? Spielmarken aus Meißener Porzellan, Mitte 18. Jh. (Residenz, Raum 66)

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Ein Eroberer geht an die Decke – eine Darstellung Alexanders des Großen von Peter Candid in der Residenz

Alexander der Große, gemalt von Peter Candid, um 1601/05

Alexander der Große, gemalt von Peter Candid, um 1601/05

Es war ein durchschlagender Erfolg und ein die Zeiten überdauerndes Paradebeispiel für erfolgreiche Public Relations: Als Alexander der Große (356-323 v. Chr.) auf seinem Feldzug gegen das gewaltige persische Weltreich die phrygische Stadt Gordium erobert hatte und im Anschluss etwas dem antiken Sightseeing in den schwelenden Trümmern frönte, fand er im dortigen Tempel einen alten Streitwagen vor, dessen Joch mit einem vertrackten Knoten scheinbar unlösbar an die Deichsel gebunden war.

 

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Hier ahnt man 121 Mal: Die Ahnengalerie der Residenz

Wer die Tage im Supermarkt an der Kasse Schlange steht und die Blicke schweifen lässt, fühlt es schon: Weihnachten streckt seine schokoladigen Finger nach uns aus. Zuhause dann werden langsam mit den leicht angestaubten Rauschgoldengeln auch die Familienerinnerungen an früher ausgepackt und an die lieben Verwandten gedacht („– müssen wir Tante Gertrud wirklich wieder einladen?“). Ähnlich nostalgisch geht es uns in der Residenz auch – unsere verstaubten Goldengel schweben allerdings in der Ahnengalerie – weshalb wir sie derzeit engagiert und vorsichtig reinigen.

Familie(nband) am laufenden Meter - die Ahnengalerie im Erdgeschoss der Residenz (Raum 4)

Familie(nband) am laufenden Meter – die Ahnengalerie im Erdgeschoss der Residenz (Raum 4)

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Willkommene Virenschleuder – so gefällt uns die Erkältungszeit oder: Was Viren, die Frankfurter Buchmesse und Lustwandeln miteinander zu tun haben

Um uns herum niest und hustet es – Viren umgeben uns aller Orten, während wir geduckt unter dem Regen durchlaufen und sich so mancher, der herrlichen Laubfärbung zum Trotz, nach dem Frühling sehnt. Die Erinnerung an das Frühjahr ist schon etwas verblasst. Bei uns in der Schlösserverwaltung leuchtet sie jedoch gerade wieder auf, schöner als die schönsten Herbstfarben. Der Grund?

So war's im Frühling: Das Gartenparterre von Schloss Nymphenburg

So war’s im Frühling: Das Gartenparterre von Schloss Nymphenburg

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Reinen Tisch machen – was von der Verlobung des Märchenkönigs übrig blieb…

Kam diese Trennung überraschen? - das offizielle Verlobungsfoto von Hofotograf J. Albert

Kam diese Trennung überraschend ? – das offizielle Verlobungsfoto von Hofotograf J. Albert

7. Oktober 1867: Der Münchner Herbst beginnt mit einem zünftigen Prominenz-Skandal: König Ludwig II. löst die seit Januar unlustig vor sich hin dümpelnde Verlobung mit seiner Kusine, Prinzessin Sophie in Bayern (das „in“ ist hier nicht geographisch gemeint, sondern bezeichnet die Nebenlinie der Familie, um sie vom regierenden Hauptzweig des Hauses Wittelsbach zu unterscheiden).

 

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Freudenfeuer findet nicht statt – Barocke Festspektakel am Münchner Hof

...aber schon im 17. Jh. wurde dem Münchner Herbst-Touristen allerhand Spektakuläres geboten: Stich der Bühnendekoration der Oper "Fedra Incoronata" im Salvatortheater, 1662

…aber schon im 17. Jh. wurde dem Münchner Herbst-Touristen allerhand Spektakuläres geboten: Stich der Bühnendekoration der Oper „Fedra Incoronata“ im Salvatortheater, 1662

Wenn Petrus, den man sich hierzulande ja eh‘ als freundlichen Grantler vorstellt, mitspielt, kann der September der schönste Monat im Münchner Jahr sein: Der dann tatsächlich oft vorschriftsmäßig weißblaue Himmel strahlt mit ozongesättigter Intensität auf Menschen, Sehenswürdigkeiten und Alpenpanorama herab und die laue Luft trägt Blasmusik heran – denn das Oktoberfest beginnt mit dem festlichen Einzug der Wiesn-Wirte.

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Träumen und schwitzen unter Glas: Der Wintergarten Ludwigs II.

Blick auf den östlichen Teil des Wintergartens mit dem maurischen Kiosk, historische Aufnahme von J. Albert 1870/80

Blick auf den östlichen Teil des Wintergartens mit dem maurischen Kiosk, historische Aufnahme von J. Albert 1870/80

In weiten Teilen Deutschlands soll die aktuelle Hitzewelle ja im Laufe des Tages – zumindest vorläufig – enden. Zeit also, sich von der Bastmatte am sonnigen Isarstrand zu erheben und nach Plätzen zu fahnden, wo, geschützt vor Regen und Wind, der Sommer weitergehen und das Grillgut noch brutzeln kann…
Leider steht der schönste Schauplatz eines solchen ewigen August im Münchner Stadtzentrum seit vielen Jahrzehnten nicht mehr zu Verfügung. Gemeint ist der berühmte Wintergarten Ludwigs II. Weiterlesen

„Ja wo laufen sie denn?“ – der Vier-Schimmel-Saal der Residenz, ein rätselhafter Name und ein göttliches Programm

VierschimmelsaalZu den wenigen gänzlich von Grund auf rekonstruierten Räumen der Residenz gehört neben dem großen, häufig für Konzerte und Veranstaltungen genutzten Kaisersaal am Hofgarten auch der westlich an diesen anschließende Vierschimmelsaal. Erbaut und eingerichtet wurden sie beide ursprünglich im ersten Viertel des 17. Jh. Übrigens ist hier einmal nicht die umfängliche Zerstörungskraft des Weltkriegs Ursache für den Untergang eines frühbarocken Raumkunstwerks,
sondern die Baulust des frühen 19. Jh. Weiterlesen

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