Fazit 1/2 – „Kultur-Blogparade 2013“: 21 Museen, Theater, Verlage und Initiativen stellen ihren Arbeitsalltag vor

Finalement – die Kultur-Blogparade 2013 ist beendet – Zeit für ein erstes Fazit! Die Fakten sind phänomenal: 21 Beiträge aus verschiedenen Kulturinstitutionen (Museen: 15, Theater: 1, Verlag: 1, Bewertungsplattform: 1, Privatinitiativen: 2, Galerie: 1) kamen zustande – wunderbar! Wie erwartet erfolgte ein fulminanter Endspurt, während nach Ablauf der Blogparade angekündigte Artikel noch angenommen wurden. Die facettenreichen Posts begeistern ausnahmslos. Wir bedanken uns sehr bei unseren Kollegen in den Kulturinstitutionen – merci für Euren fantastischen „Blick hinter die Kulisse – euer Arbeitsalltag“!


Wie die Miniatur "Heimkehr der Diana" von F. Bouly nach dem Original von Rubens reich beladen heimgekehrt ist, so erfreut sich auch unsere Kultur-Blogparade 2013 inspirierende Ladung.

Wie die Miniatur „Heimkehr der Diana“ von F. Bouly nach dem Original von Rubens reich beladen heimgekehrt ist, so erfreut sich auch unsere Kultur-Blogparade 2013 inspirierende Ladung.


Anders als bei unserer MUSEO-Blogparade 2012 stellen wir die Artikel nicht in chronologischer Reihenfolge, sondern nach Kategorien vor. Die Grenzen sind dabei fließend:

A. Sammlungsaufbau
B. Ausstellungen: Vorbereitung und Nachgang
C. Umbau von Ausstellungsflächen bzw. Museumsneubau
D. Restaurierung von Kunstwerken
E. Berufsbilder in Kulturinstitutionen
F. Vermittlungs- und Social Media Konzepte

Aufgrund der zahlreichen Beiträge werden heute die Kategorien A – D präsentiert. Morgen erfolgt dann der zweite Teil. Wir wünschen viel Lesevergnügen!

A. Sammlungsaufbau

1. Das Blog des Deutschen Museums
Man lacht, man lebt, man liebt

Hier geht es um das Sammeln. Silke Berdux, Kuratorin für Musikinstrumente, erweiterte den Sammlungsbestand des Deutschen Museums um ein Geigenklavier der Marke „Pianella Paganini“. Wunderbar werden die Schritte und Kriterien beschrieben, die das Instrument durchlaufen musste, bevor es Bestandteil der Sammlung wurde: vom Angebot, zur Wertfeststellung bis zum Erwerb, Inventarisierung, Restaurierung und Herkunftsbestimmung. Erfreute das Geigenklavier früher Kinobesucher, so fasziniert es zukünftig den Museumsbesucher.

B. Ausstellungen: Vorbereitungen und Nachgang

2. Blog des Jüdischen Museums München
„Ein Haus geht auf Reisen“

Allein der Titel macht schon neugierig. Tatsächlich wird die Baisinger Laubhütte aufgebaut. Sie steht stellvertretend für das im Herbst zelebrierte Laubhüttenfest, das sieben Tage lang gefeiert wird und an die Wanderschaft der Israeliten durch die Wüste erinnert. Der Werdegang der Laubhütte nach der Deportation ihrer jüdischen Besitzer wird vorgestellt. Als Hühnerstall und Werkstattschuppen lange Zeit benutzt, erwarb schließlich die Stadt Rottenburg die Baisinger Laubhütte. Restauriert wird sie in der aktuellen Ausstellung „Alles hat seine Zeit. Rituale gegen das Vergessen“ gezeigt. Wir wünschen zahlreiche Besucher!

3. Deutsches Historisches Museum
„Goodbye DHM – und nun?“

Die Ausstellung „Verführung und Freiheit“ wird abgebaut und in ein Zwischendepot gelagert, bevor die Exponate nach Mailand ins Palazzo Reale gehen. Hier wird die Ausstellung erneut ab dem 13. April 2013 gezeigt. Aber nicht alle Werke konnten die Reise antreten. Gleichzeitig ziehen die ausstellungsbegleitenden Facebook- und Twitteraccounts des Museums um: Sie werden zukünftig auf Englisch informieren – spannend! Viel Erfolg!


Der Festsaalbau beherbergt heute einen großen Konzertsaal und die Akademie der Wissenschaften

Der Festsaalbau beherbergt heute einen großen Konzertsaal und die Akademie der Wissenschaften


4. Kunstraum schräg und gut
Ausstellung Raimund Palluseck

Insgesamt wird die Ausstellung in fünf Teilen vorgestellt. Wir haben den zweiten Teil ausgewählt, weil er den Ausstellungsaufbau prima dokumentiert. Einprägsam ist das Bild vom Künstler, der seine Werke mit einem großen Auto zur Galerie bringt, einen Kaffee trinkt, bevor dann die Bilder „gehängt“ werden.

C. Umbau von Ausstellungsflächen bzw. Museumsneubau

5. LWL-Landesmuseum, Münster
„Schaufensterbummel mal anders“

Hier wird ein herrlicher Blick hinter den Bauzaun des Neubaus gewährt. Im Herbst 2014 soll die feierliche Eröffnung sein. Bis dahin bleibt jedoch noch viel zu tun. Das Neubaukonzept überzeugt. Es werden Sichtachsen realisiert, die bereits auf der Straße, im Cafe, beim Vorbeigehen beginnen. So weckt das Museum zukünftig schon außerhalb des Gebäudes die Neugier der Passanten – prima! Ende August 2013 kann dann zur Langen Nacht der Museen der Neubau besichtigt werden – also, merken und hingehen!

6. Historisches Museum Frankfurt
„Das ist das Frankfurt Einst?-Jahr“

Während mit dem Rohbau des Historischen Museums erst diesen Sommer begonnen wird, sind die Kuratoren schon schwer mit dem Ausstellungskonzept (Aufstellungskontext, Lichtregie, Beschriftung) beschäftigt. Obwohl die Eröffnung erst 2016 ist, müssen schon jetzt 70 Prozent der Objekte ausgewählt werden. Dass das nicht immer reibungslos abläuft, weil sich die Kuratoren um Werke „streiten“, ist selbstredend, aber für uns Laien sehr unterhaltsam. Bitte mehr davon!

7. Museum Burg Posterstein
„Bauarbeiten machen „Geheimtreppe“ Besucher zugänglich“

„Geheimtreppe“ liest sich spannend und tatsächlich fasziniert sie, denn sie wird von einem massiven Schrank verdeckt. Dieser steht im Gerichtszimmer des Burgherrn. Von hier aus gelangt der Besucher über die Treppe in die Küche und weiter auf den Hof und in den Keller. Wegen Bauarbeiten ist die Treppe nun auch für Erwachsene zugängig. Was es mit der Völkerschlacht in Leipzig oder den Napoleon-Karikaturen auf sich hat, wird hier beschrieben. Empfehlenswert ist auch das Vimeo-Video über die anstehenden Aufgaben des Museums – toll gemacht!


Das kostbare Onyx-Service besteht aus mehreren hundert Teilen

Das kostbare Onyx-Service besteht aus mehreren hundert Teilen


8. Blog des Residenzmuseum
„Unser Jahresthema – vier neue Stockwerke für unser Museum“ #KBlogparade2013

Die Fassade des Königsbaus ist nun frisch saniert. Der „Stararchitekt“ Leo von Klenze musste für sein Konzept so manchen berühmt berüchtigten Streit mit König Ludwig I. ausfechten – es hat sich gelohnt! Im Inneren werden in den nächsten Jahren neue Ausstellungsflächen für die Spezialsammlungen des Museums erschlossen. Das museale Konzept ist bis dahin in Zusammenarbeit mit den Gestaltern zu konkretisieren, Objekte und ihr Aufstellungskontext müssen ausgewählt werden. Viel spannende Arbeit ist noch zu erledigen!

D. Restaurierung von Kunstwerken

9. Restaurierungsabteilung der Bayerischen Schlösserverwaltung
„Gastbeitrag: Ein Echthaarkruzifix aus der Kaiserburg in Nürnberg wird restauriert“

Schaurig schön beschrieben und bebildert ist dieser Beitrag von Marion Biesalski. Die Arbeit der Restauratorin begeistert, verdeutlicht aber auch, dass die Kenntnis um den Originalzustand eines Werkes unabdingbar ist. Nicht das Böse soll durch den finsteren Eindruck des Gekreuzigten vermittelt werden, sondern Schuld ist die starke Verrußung. Sie wird entfernt. Aber Obacht – der Glasreiniger bringt zwar Glanz, zerstört aber die intendierte Wirkung. Mitunter geht es in den Restaurierungswerkstätten regelrecht kriminologisch zu – Analysen des Landeskriminalamts entlarven das gefärbte Rosshaar von Christus.

10. Motweet
„Beim Restaurator“

Die Performance-Künstlerin beschreibt ihren Besuch in der Restaurierungswerkstatt des Archäologischen Museums in Graz. Hier durfte sie Objekte in die Hand nehmen, der Wert der Dinge drang dadurch wieder ins Bewusstsein. Fasziniert hat sie die Vorbereitungen der Reise des „Strettweger Kultwagens“ nach London. Der Post zeigt wunderbare Bilder und ergänzt prima den Beitrag des Joanneums.

11. Universalmuseum Joanneum
„Wertvolles Original und meisterhafte Kopie“

Ausführlich schildert der Artikel die Umstände der Reproduktion des „Strettweger Kultwagens“ ( 7. Jh.). Weil dieser in der Londoner Ausstellung „Bronze“ gezeigt wurde, fertigten die Restauratoren zuvor Kopien des Werkes an. Dazu sind sehr viele Schritte nötig, die einprägsam gezeigt und hervorragend beschrieben werden. Für den „Tag der offenen Tür“ des Archäologiemuseums wurden extra Abgüsse angefertigt, die für einen guten Zweck ersteigert werden konnten – tolle Idee!

Das war es für heute. Morgen geht es dann mit den Beiträgen 12 – 21 weiter!

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Tanja,

    vielen Dank für die tollen Zusammenfassungen und die strukturierte Darstellung. Ihr habt Euch unglaublich viel Mühe gemacht, es hat sich defintiv gelohnt und ich bin schon auf den zweiten Teil gespannt.

    Viele Grüße!

    • Liebe Wera,
      vielen Dank, auch für Euren tollen Bericht. Schade, dass Münster doch recht weit von München entfernt ist. Euer Neubaukonzept fasziniert und wir sind gespannt, wie die Passanten das Museum annehmen werden.
      Viel Erfolg!
      Schöne Grüße

  2. Liebe Tanja,
    vielen Dank für die erste, schön strukturierte Zusammenschau. So bekommen wir nochmals komprimiert dargestellt, was hinter den Ausstellungsräumen so alles passiert. Und vor allem eine Vorstellung davon, wie vielfältig die Tätigkeiten im Museum (geworden) sind! (Falls wir es noch nicht wussten…)
    schöne Grüße aus Frankfurt,
    Nina

    • Liebe Nina,
      ja, wir sind angetan von der facettenreichen und großen Blogparade. Euch auch vielen Dank für Eure Teilnahme!
      Viele Grüße und gutes Gelingen für Euer Großprojekt!

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